Küche organisieren · Auswahl
Zu viele Küchenhelfer, zu wenig Platz — welche brauche ich wirklich?
Kurz gesagt
„Meine Küche ist eben zu klein“
So erklären viele, warum die Schublade klemmt und der Schäler erst unter dem Eierschneider hervorgezogen werden muss. An der Größe der Küche liegt es selten allein. Meist steckt etwas anderes dahinter: das geschenkte Set mit Spezialwerkzeug, die zweite Reibe aus dem Umzugskarton, die Knoblauchpresse, die nach dem Kochen niemand gern schrubbt. Jedes Teil für sich ist klein. Zusammen füllen sie die Schublade so, dass der Pfannenwender nicht mehr hineinpasst.
Deshalb beginnt die Frage „Was brauche ich wirklich?“ nicht beim Helfer, sondern bei Ihrem Kochalltag. Entscheidend ist, was Sie jede Woche schälen, reiben und öffnen und welche Teile dabei gleich mehrere Aufgaben übernehmen. Was Sie selten in die Hand nehmen, braucht keinen Platz in der vordersten Schublade.
Drei Fragen, bevor Sie aussortieren
Beantworten Sie diese drei Fragen für sich, bevor Sie die Schublade ausräumen:
- Was kochen Sie in einer normalen Woche? Suppe, Salat, Ofengemüse oder vor allem Brot und Aufschnitt.
- Welche Helfer liegen doppelt? Zwei Reiben, drei Schäler, Messer in jeder Schublade.
- Welches Teil bleibt nach dem Benutzen gern liegen? Oft eines, das sich schwer reinigen lässt.
Die Antworten führen meist zu einem der vier Fehler, durch die Küchenschubladen voller werden als nötig.
Fehler 1: „Für jede Zutat einen eigenen Helfer“
Der Gedanke liegt nahe, denn ein Spezialwerkzeug verspricht, genau diese eine Arbeit leicht zu machen. In der Schublade sieht das dann so aus: Kartoffelreibe, Gemüsehobel und Käsereibe liegen übereinander, daneben ein Zwiebelhacker und eine Nussmühle. Wenn Sie für einen Salat drei davon herausziehen, klappert es, und das vierte Teil rutscht hinter die Schublade.
Was hilft: Helfer, die mehrere Arbeitsgänge übernehmen und so gleich mehrere Einzelteile überflüssig machen.
WMF Gourmet Vierkantreibe
Für Rösti am Wochenende und dünne Gurkenscheiben zum Salat liegen in vielen Küchen zwei Geräte bereit, obwohl eine Reibe aus Cromargan beides übernehmen kann. Laut Hersteller dient sie mit ihren vier Reibeflächen als Kartoffelreibe und als Gemüsehobel. Mit ihrer vierkantigen Form (8 x 24 cm) liegt sie allerdings nicht flach in der Besteckschublade und braucht einen Platz im Schrank. Wer oft Kartoffeln und Gemüse reibt, kann dafür zwei oder drei Einzelteile aussortieren.
Tefal 5-Sekunden Zerkleinerer
Wer Zwiebeln, Nüsse und Knoblauch bisher mit drei verschiedenen Helfern zerkleinert, kann das in einem einzigen Behälter erledigen, der ganz ohne Strom arbeitet. Laut Hersteller fasst er 500 ml und eignet sich neben Gemüse auch für Obst und Babynahrung. Das Schneidebrett bleibt dabei frei. Ein ganzes Blech Ofengemüse schaffen die 500 ml allerdings nur in mehreren Durchgängen. In einer kleinen Küche, in der meist für ein oder zwei Personen gekocht wird, übernimmt er die Arbeit mehrerer Einzelhelfer.
Fehler 2: „Das Messer kann das auch“
Ein gutes Küchenmesser ist tatsächlich vielseitig, und jeder weitere Helfer braucht Platz. Beim Kartoffelschälen landet mit dem Messer aber ein dicker Rand im Abfall. Am knubbeligen Ingwer bleibt die Hälfte der Schale hängen, und an der Zitronenschale für den Kuchen hängt noch das bittere Weiße. Manche Arbeiten dauern mit dem Messer einfach länger, auch wenn Sie geübt sind.
Was hilft: wenige Helfer für genau die Arbeiten, bei denen das Messer zu grob ist. Alles andere bleibt beim Messer.
Victorinox Sparschäler STAR
Beim Kartoffelsalat für Gäste nimmt das Messer oft mehr Kartoffel ab als nötig, und der Schalenberg im Spülbecken wächst. Dieser Schäler hat eine zweischneidige Pendelklinge, die laut Hersteller extra scharf ist und in beide Zugrichtungen schält. Gerade wegen dieser Klinge gehört der Schäler nicht offen in eine Schublade, in die kleine Kinder greifen können. Wo jede Woche Kartoffeln, Möhren oder Äpfel geschält werden, ist er der Helfer, der ganz vorn liegen darf.
Microplane Zester Küchenreibe
Wer für den Zitronenkuchen nur die gelbe Schale braucht, schneidet mit dem Messer oft das bittere Weiße mit ab. Diese Reibe arbeitet mit einer feinen Edelstahlklinge und ist laut Hersteller auch für Hartkäse, Ingwer und Muskatnuss gedacht. Die Schale rieselt als feiner Flaum in die Schüssel, und das Brett bleibt sauber. Für Rösti oder grobe Möhrenraspel ist die feine Klinge nicht gemacht. In einer Küche, in der oft mit Zitrone, Ingwer oder geriebenem Käse gewürzt wird, übernimmt sie genau die feinen Arbeiten, bei denen das Messer zu grob ist.
Fehler 3: „Hauptsache, er erfüllt seinen Zweck“
Solange ein Helfer irgendwie funktioniert, sieht niemand einen Grund, ihn zu ersetzen. Doch die Knoblauchpresse mit den verklebten Löchern wandert nach dem Kochen ungespült ins Becken, und der alte Dosenöffner rutscht am Rand der Tomatendose ab. Beide bleiben trotzdem in der Schublade liegen, während Sie den Knoblauch dann doch mit dem Messer hacken.
Was hilft: lieber ein Helfer, der sich leicht reinigen und bedienen lässt, als zwei, die nur im Notfall herauskommen.
Oliver's Kitchen Knoblauchpresse mit Schäler und Bürste
Nach dem Pressen sitzen Knoblauchreste in den kleinen Löchern fest, deshalb liegt dieser Presse eine eigene Bürste bei. Laut Hersteller ist sie leicht zu reinigen, und die Reste lassen sich gleich nach dem Kochen herausbürsten, bevor sie antrocknen. Mit Schäler und Bürste sind es allerdings drei Teile, die mehr Platz brauchen als eine einzelne Presse; wer Knoblauch nur ab und zu verwendet, kommt mit dem Messer aus. In einem Haushalt, in dem Knoblauch fast täglich im Essen landet, verdient sie einen festen Platz vorn in der Schublade.
Zulay Kitchen Dosenöffner aus Edelstahl
Rutscht die Hand am schmalen Flügel eines alten Dosenöffners ab, bleibt die Tomatendose halb offen auf der Arbeitsplatte stehen. Hier drehen Sie an einem ergonomischen Knopf, und die Griffe sind laut Hersteller mit Soft-Grip bezogen. Ein Flaschenöffner ist gleich eingebaut, der einzelne Kapselheber kann also aus der Schublade. Als Schwerlastöffner aus Edelstahl ist er kein zierliches Teil und nimmt mehr Raum ein als ein kleiner Taschenöffner. Für einen Haushalt, in dem ältere Menschen ihre Dosen selbst öffnen möchten, ist er der Öffner, der griffbereit liegen sollte.
Fehler 4: „Das hebe ich auf, vielleicht brauche ich es noch“
Wegwerfen wirkt verschwenderisch, und der Eierschneider war schließlich ein Geschenk. Also liegt er neben dem Spätzlehobel, den Sie seit dem letzten Umzug nicht in der Hand hatten, und dem Apfelentkerner mit dem abgebrochenen Rand. Jedes Mal, wenn die Schublade klemmt, werden diese Teile angehoben und wieder hineingedrückt.
Was hilft: eine Kiste für alles, was einen Monat lang nicht benutzt wurde. Was darin liegen bleibt, darf gehen.
Womit Sie anfangen
Prüfen Sie Ihre Schublade mit diesen Fragen, bevor Sie etwas Neues bestellen:
- Liegen zwei Helfer für dieselbe Arbeit darin? Dann behalten Sie den, der mehr kann.
- Greifen Sie beim Schälen oder bei der Zitronenschale doch zum Messer? Dann fehlt Ihnen genau dafür ein passender Helfer.
- Bleibt ein Teil nach dem Kochen regelmäßig ungespült liegen? Dann ist es zu mühsam zu reinigen und darf ersetzt werden.
Räumen Sie heute die vorderste Schublade ganz aus und legen Sie nur zurück, was Sie in der letzten Woche benutzt haben.
Drei kleine Kniffe
- Fächer aus Karton. Zwei zugeschnittene Müslischachteln teilen die Schublade in Fächer, sodass Schäler und Reiben nicht mehr übereinanderrutschen.
- Seltenes nach oben. Ausstechformen und Einmachhelfer kommen in eine beschriftete Dose im Oberschrank.
- Ingwer mit dem Löffel schälen. Die Kante eines Teelöffels schabt die dünne Schale auch um die Knubbel herum ab.








